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predigten-2019:2019-02-10 [2019/02/07 18:16] (aktuell)
michael angelegt
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 +===== Predigtgedanken,​ 10.02.2019 (5. Sonntag im Jahreskreis) =====
 +//**Lukas 5,1-11:**
 +In jener Zeit, als die Volksmenge Jesus bedrängte und das Wort Gottes hören wollte, da stand er am See Gennesaret und sah zwei Boote am See liegen. Die Fischer waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in eines der Boote, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie und sie fingen eine große Menge Fische; ihre Netze aber drohten zu reißen. Und sie gaben ihren Gefährten im anderen Boot ein Zeichen, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen und füllten beide Boote, sodass sie fast versanken. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Geh weg von mir; denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr! Denn Schrecken hatte ihn und alle seine Begleiter ergriffen über den Fang der Fische, den sie gemacht hatten; ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, verließen alles und folgten ihm nach. //
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 +{{:​predigten-2016:​messner120x150.jpg?​nolink&​120x150 |Pfarrer Meßner}}
 +Liebe Schwestern und Brüder im Herrn! ​
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 +„Fürchtet euch nicht!“
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 +Das waren die ersten Worte von dem mittlerweile heiliggesprochenen Papst Johannes Pauls II., als dieser im Oktober 1978 sein Pontifikat antrat: „Fürchtet euch nicht, habt keine Angst vor seiner Liebe, habt keine Angst vor der Schwäche des Menschen und auch nicht vor seiner Größe!“
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 +Eine sehr schöne Auslegung des Evangeliums,​ von dem wir heute gehört haben.
 +Mitten in der schlichten und unbedeutenden Welt der Fischersleute,​ in und um den See Genezareth, beruft Jesus seine ersten Mitarbeiter.
 +Dabei stellt er diese erfahrenen Seeleute ganz schön auf die Probe.
 +Jeder von ihnen wusste doch, dass Fische am hellen Tag ganz unten am Seegrund schwimmen und deshalb nur schwer zu fangen sind.
 +Erfahrene Fischer warfen deshalb ihre Netze in der Nacht aus.
 +Darum auch die skeptische Reaktion des Petrus auf die Forderung Jesu.
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 +Doch gegen all seine Erfahrungen fährt Simon Petrus noch einmal am Tag auf den See hinaus, wirft die Netze aus und wird für sein Vertrauen belohnt.
 +Die Netze sind nicht nur voll, sie sind übervoll, so überfüllt,​ dass sie zu reißen drohen und die Fische auf mehrere Boote verteilt werden müssen.
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 +Petrus merkt, dass hier die Macht und Gnade Gottes am Werk ist, die so übergroß und überwältigend sein kann, dass er vor Jesus auf die Knie fällt.
 +Sein Auftrag wird von nun an sein, im Zusammenwirken mit dieser Gnade Gottes, Menschen für das Reich Gottes zu gewinnen.
 +Statt zu Fischen, soll er sein Leben einsetzen, um Menschen für den Glauben an Jesus Christus, mit dem Netz der göttlichen Liebe einzufangen.
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 +Eine kleine Gruppe sind sie zu Beginn, als sie diesen Auftrag von Christus erhalten.
 +Und schon nach kürzester Zeit werden sich ihnen weitere Männer und Frauen anschließen.
 +Was daraus geworden ist, können wir in den Geschichtsbüchern nachlesen.
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 +Übervolle Netze, die drohten zu reißen, gab es in unserer Kirchengeschichte immer wieder.
 +Es gibt auch heute noch an Berufungen oder Taufen, etwa in Afrika. ​
 +Auch wenn wir in Europa einen Rückgang an Gläubigen verzeichnen,​ die Anzahl der getauften Weltweit steigt.
 +Jeder dritte Erdenbewohner ist ein Christ und jeder siebte ein Katholik.
 +Die katholische Kirche ist weltweit die größte Glaubensgemeinschaft.
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 +Für mich ist das ein Trost, bei all dem, was wir in unserem Land zurzeit an Kirchenproblemen erleben.
 +Obwohl wir materiell gesehen, super moderne Netze und sehr gut finanzierte Schiffe haben, gelingt es uns kaum noch unsere Netze zu füllen.
 +Und ich meine, das Evangelium fordert uns sozusagen heraus, diese Gnade Gottes, die wir dazu dringend brauchen, vermehrt von ihm zu erbitten.
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 +Nicht der Aktionismus oder der Zufall werden unsere Netzte füllen, sondern der Herr.
 +Mit einem Glauben, der in all dem was wir tun, das Vertrauen auf ihn setzt und die Früchte von ihm erbittet.
 +Ein Glaube, der sich der Gnade Jesu anvertraut, auch wenn die Prognosen und Erwartungen etwas anderes sagen.
 +Ein Glaube, der seine Netze für Jesus Christus auswirft und nicht zum eigenen Vorteil oder aus der Meinung heraus, es besser zu wissen oder zu können.
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 +Wir sind seine Kirche, die er, der Sohn Gottes ins Leben gerufen hat. 
 +Was er von uns verlangt ist, dass wir unsere Netze für ihn, als seine Kirche auswerfen, damit er sie füllen kann. 
 +Dazu gehört heute eine ganz schön große Portion Vertrauen und ein Glaubensverständnis,​ wie es uns der Apostel Paulus schildert: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir!“ (Gal. 2, 20) 
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 +„Und auf den Wort hin Herr, werden wir unsere Netzte wieder auswerfen!“ ​
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 +Amen.
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 +:​sfoot:​Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, mit freundlicher Genehmigung der katholischen Bibelanstalt Stuttgart, Predigt: Pfarrer Stephan Meßner:se:
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