Predigtgedanken, 26.05.2019 (6. Ostersonntag)

Pfarrer Meßner Liebe Mitchristen,

wir werden gerne daran gemessen, ob wir unser Wort halten! Gerade in der Kirche sind wir dazu aufgefordert, zu unserem Wort zu stehen, bzw. am Wort Jesu festzuhalten. „Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten.“

Liebe ist hier kein Gefühl, sondern die Treue zum Wort Gottes. Sie ist für unser Glaubensleben, für unsere Gottbeziehung sehr wichtig. Wenn ich den Sohn Gottes lieben will, muss ich seine Worte, die Worte der Heiligen Schrift, die Worte der Bibel, für mich und mein Leben zunächst einmal kennen und dann auch ernst nehmen.

Indem ich mich ehrlichen Herzens frage: „Jesus, was willst du mir mit deinem Wort, das ich gerade gehört oder gelesen habe, sagen? Hast du mir etwas zu sagen? Ich bitte dich darum, zeige es mir!“

Dass ist wichtig, wenn wir unseren Glauben nicht oberflächlich leben wollen. Denn sonst wird die Verkündigung des Wortes Gottes auf ein Vorlesen eines Textes reduziert, den ich gleich wieder vergesse oder erst gar nicht aufmerksam verfolge. Wir können alle testen, wie weit uns das Wort Gottes anspricht, berührt oder zum Nachdenken bringt.

Wenn ich am Bibelkreis mit Herrn Karren in Ensheim im Pfarrhaus teilnehme, dann ist es immer wieder interessant, wie unerschöpflich das Wort Gottes doch ist. Wie schnell dann die Zeit vergeht, wenn wir einmal etwas tiefer in all das hineinhören, was uns der Heilige Geist alles mitteilen will. Dann sind das keine Texte mehr aus einem Lesebuch, sondern ich bin angesprochen, jeder auf seine Weise, von dem lebendigen, dem inspirierten Wort Gottes.

Jesus möchte, dass wir sein Wort in uns aufnehmen und es zur Maßschnur des eigenen Lebens machen. In seinem Wort spricht er uns an und sagt: „Das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. „Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen sendet, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ Der Heilige Geist ist es also, der uns dann verstehen lässt, was uns Jesus durch sein Wort sagen will.

Wenn mir also beim Lesen und Hören des Evangeliums Fragen kommen, dann ist es immer gut, um den Beistand des Heiligen Geistes zu beten. „Komm Heiliger Geist, hilf mir zu verstehen, was du Herr mir sagen willst!“ Auch die Jünger beteten an Pfingsten um diesen Beistand des Heiligen Geistes. Darüber hinaus hat uns die Kirche auch eine Hilfe zur Hand gegeben, mit der wir in der Bibel besser verstehen können. Es ist der Katechismus der Katholischen Kirche.

Auch ich habe ihn schon oft zu Rate gezogen, denn hier sind die Erfahrungen von über 2000 Jahren mit dem Wort Gottes für uns niedergeschrieben worden. Jesus bitten uns darum, auf seine Liebe zu antworten, indem wir sein Wort halten. Dann kann sein Friede in unsere Herzen strömen, ein Friede, von dem er sagt, wie ihn uns die Welt nicht geben kann. Ein Friede, der mich von innen her erfüllt und zufrieden macht, vom Herzen her. Ein ansteckender Friede, der nicht auf den eigenen Vorteil bedacht ist, sondern versöhnend wirken will und verzeihen kann. Ein Friede der sich am Wort Gottes festmacht und nicht nur dem äußeren Anschein nach existiert. „Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.“

Auch wenn wir momentan als Kirche wie ein Schiff durch die rauhen Wellen des Weltmeeres geworfen werden, wenn wir sein Wort halten, wird er dem Sturm gebieten und sein Friede wir auch bei uns wieder Einkehr halten. Amen.



Predigt: Pfarrer Stephan Meßner