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predigten-2019:2019-05-19 [2019/05/16 19:52] (aktuell)
michael angelegt
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 +===== Predigtgedanken,​ 19.05.2019 (5. Ostersonntag) =====
 +//​**Johannes 13,​31-33a.34-35:​**
 +Als Judas vom Mahl hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen und er wird ihn bald verherrlichen. Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt. ​
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 +{{:​predigten-2016:​messner120x150.jpg?​nolink&​120x150 |Pfarrer Meßner}}
 +Liebe Mitchristen,​
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 +Worte, die wir in unserem täglichen Sprachgebrauch verwenden, können schnell zu Alltagsfloskeln werden, an die wir uns so gewöhnt haben, dass sie uns gar nicht mehr berühren.
 +Eltern kennen sicherlich aus der Zeit der Erziehung ihrer Kinder solche Alltagssprüche:​ „Zieh dich warm an - pass auf, wenn du über die Straße gehst - du musst dich in der Schule anstrengen, wenn du etwas werden willst.“
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 +Immer wieder ausgesprochen,​ können sie bei Kindern schnell das Gegenteil des ausgesprochenen Wunsches auslösen, etwa ein: „Ich kann es bald nicht mehr hören!“
 +Und sicherlich können solche Alltagsfloskeln,​ wenn sie zur Routine werden, auch ganz schön nervig sein.
 +Leider hat sich diese Wirkweise aber auch auf Worte übertragen,​ die für unsere Lebensweise untereinander eigentlich lebenswichtig sind.
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 +Was heißt das denn eigentlich ganz Konkret, wenn Jesus im heutigen Evangelium zu seinen Jüngern sagt: „Liebt einander!“
 +Wie oft hören wir dieses Wort „Liebe“ in unserem Alltag, in den verschiedensten Zusammenhängen.
 +In der Werbung muss es für so manches herhalten, als Kosumwort und im sexuellen Bereich.
 +
 +Mit der Gottes- und Nächstenliebe hat das aber wenig zu tun.
 +Dabei kann doch nur jener menschliche Liebe weiter geben, die er auch im eigenen Leben erfahren hat.
 +Wer die Liebe zu Gott als praktizierender Christ nie verspürt hat, der kann sicherlich auch nicht verstehen, wovon Jesus hier spricht: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“
 +
 +Gott hat uns zuerst geliebt, uns aus dieser Liebe heraus ins Leben gerufen.
 +Sein Wesen ist die Liebe, er hat uns die Fähigkeit geschenkt, um zu lieben.
 +
 +Wir reden heute ja gerne von dem guten oder lieben Gott im Himmel, der uns alle
 +lieb hat, aber Glauben wir das auch?
 +Ich bin mir sicher, wenn wir auch nur annähernd wüssten, wie sehr Gott jeden einzelnen von uns liebt, könnten wir das mit Worten nicht mehr ausdrücken.
 +
 +Sollten wir uns deshalb nicht die Frage stellen: „Wie kann ich, auf seine Liebe antworten?​“
 +„Wie kann ich die von ihm geschenkte Liebe an meine Mitmenschen weitergeben?​“
 +
 +Maria, die Mutter Jesu, ist uns zum Vorbild der Gottes- und Nächstenliebe geworden.
 +Sie preist die Größe des Herrn und stellt sich als Magd in seinen Liebesdienst.
 +Noch unter dem Kreuz wird sie treu zu seinem göttlichen Plan halten.
 +
 +Viele Menschen rufen Maria täglich im Gebet um ihre Fürsprache bei Gott an.
 +Und wie viele werden es wohl sein, die täglich erfahren, Gott hat auf die Fürsprache Mariens geholfen?
 +Wer liebt, nimmt sich Zeit für Gott und seinen Nächsten, er hat auch einen Blick für die Nöte und Sorgen der Anderen.
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 +Die Liebe wird für andere Menschen greifbar, wenn wir nicht nur von ihr sprechen, sondern sie erbitten und dann großzügig weiterverschenken.
 +Das ist dann keine Alltagsfloskel mehr, sondern die erlebte und bezeugte Realität: „Caritas Christi urget nos, die Liebe Christis drängt uns!“
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 +Ich möchte mit der bekannten Anrufung schließen: „Gesegnet bist du unter allen anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“
 +Maria hilf uns von dir zu lernen, was es heißt zu einander, so wie der Herr uns geliebt hat.
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 +Vor dir will ich offen sein, um zu hören, was dein Sohn mir sagen will, um mich auf ihn auszurichten.
 +Und wie du alles auf die Karte einer Liebe zu setzen! ​
 +
 +Amen.
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 +:​sfoot:​Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, mit freundlicher Genehmigung der katholischen Bibelanstalt Stuttgart, Predigt: Pfarrer Stephan Meßner:se:
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