Predigtgedanken, 24.03.2019 (3. Fastensonntag)

Pfarrer Meßner Liebe Mitchristen,

„Ich bin für dich da“, das ist die Botschaft an Mose, der im brennenden Dornbusch eine Gottesbegegnung hat. Gott gibt sich dem Mose zu erkennen und nennt ihm seinen Namen „Jahwe“, was zu Deutsch so viel heißt wie „ich bin der, ich bin da!“ Gott will mir damit sagen, dass er auch für mich da ist, so wie er schon für das Volk Israel war, weil er immer schon da war. Die Bibel erzählt uns von so vielen brisanten Situationen über Generationen hinweg und immer wieder ist es dann Jahwe, der da ist und rettend eingreift.

Mose selbst erfährt am eigenen Leib diese Vorsehung Gottes. Aus Angst dass er als Kind getötet wird, setzt ihn seine Mutter in einem Binsenkorb aus und dieser wird im Nil von der Tochter des Pharao entdeckt. Eine Frau aus dem Volk des Feindes wird zu seinem Retter, daher auch sein Name Mose: „Der aus dem Wasser gezogene!“ Gerade in dieser Zeit äußerster Not und Bedrängnis des Volkes Israel, gibt sich Gott dem Mose im Dornbusch zuerkennen.

Und das Zeichen, dass der Dornbusch brennt, aber nicht verbrennt, soll auf den zeigen der unvergänglich ist, der immer da ist. Im brennenden Dornbusch begegnet uns die Heiligkeit und die Allmacht Gottes, darum sagt die Stimme zu Mose: „Leg deine Schuhe ab, denn der Boden wo du stehst, ist heiliger Boden.“ Das ist auch der Grund, warum die gläubigen Juden bis heute mit Ehrfurcht an ihre heiligen Orte kommen, etwa vor die Klagemauer in Jerusalem.

Warum die gläubigen Muslime ihre Schuhe ausziehen, bevor sie ihre Mosche betreten, den auch für sie ist das heiliger Boden. Warum wir uns mit dem Weihwasser bekreuzigen und eine Kniebeuge zum Tabernakel hin machen, wenn wir in die Kirche, unseren heiligen Ort Gottes kommen. Und warum wir uns während der Messe knien, wenn der Priester die Wandlungsworte über Brot und Wein spricht: „Denn Gott kommt dann in unsere Mitte.“

Der große, heilige und unaussprechliche Gott kommt zu uns in jeder heiligen Messe, verwandelt in den Gestalten von Brot und Wein, ist er für uns da. Wenn wir uns dies wieder bewusst machen, dann können wir vielleicht besser verstehen, welchen Wert eine einzige Heilige Messe hat, warum wir sie etwa in unseren Anliegen oder auch für Lebende oder unsere Verstorbenen feiern. Die Kirche ist der besondere Ort der Begegnung mit Gott, der uns hier ganz nahe ist. Der Komponist Schubert dichtete in seinem bekannten Sanctus dazu folgende Zeilen: „Er, der nie begonnen - er, der immer war - ewig ist und waltet - sein wird immerdar.“

Liebe Mitchristen, so ist unser Gott, ein Gott, der für uns da ist, der uns treu ist, damals wie heute. Und in Jesus Christus, zeigt er sich als Mensch, damit es uns leichter fällt eine Beziehung im Glauben zu ihm aufbauen. Und da wo wir Menschen so leben, als gäbe es ihn nicht, als bräuchten wir ihn nicht, als wäre er irgendwo da oben, werden wir ihm nicht begegnen. Gott ist um meinetwillen da, ist in meinem ganz konkreten Leben immer da.

Sicherlich, wir brauchen nicht die Schuhe ausziehen, um ihm näher zu kommen. Aber unsere Herzen müssen wir für seine Gnade und Liebe öffnen. Damit er uns beistehen kann, uns helfen kann und uns trösten darf. Wir zu frohen Christen werden von seinem Heiligen Geist erfüllten, mit seiner Kraft gestärkt. „Jahwe“, ich bin der, ich bin für dich da.

Alles in dieser Kirche ist deshalb auf ihn und seine Gegenwart hin ausgerichtet.

Amen.



Predigt: Pfarrer Stephan Meßner