Predigtgedanken, 01.01.2019 (Hochfest der Gottesmutter Maria)

Pfarrer Meßner Liebe Mitchristen,

„Augen zu und durch“, könnte ein Motto für das neue Jahr sein.

Wenn wir auf die letzten 12 Monate zurückblicken, können wir nicht die Augen davor verschließen, dass Krisen unser aller Leben beeinflusst haben. Vielleicht haben wir uns schon an so manche Terrorwarnung, an ein Erdbeben oder ein anderes erschütterndes Ereignisse in der Welt gewöhnt. Aber als Christen sollten wir uns immer wieder auch die Frage stellen: „Gibt es jemanden, der uns aus Krisen heraushelfen kann?“

Das Wort „Krisis“ kommt aus dem Griechischen und meint den „Höhepunkt einer gefährlichen Entwicklung, bis hin zu einer Katastrophe!“ Als theologischer Begriff aber meint die „krisis“ einen Wendepunkt in meinem Leben. Jesus spricht oft im Neuen Testament von der „krisis“, nicht um uns Angst zu machen, sondern um uns wachzurütteln, dass wir nicht vergessen den Gottes Beistand, seinem Schutz und Segen, für unser Leben zu erbitten.

Hier setzt auch die Marienverehrung in der Kirche an, die so alt ist, wie die Kirche selber. Schon in frühester Zeit wandten sich die Gläubigen im Gebet an Maria, als Mutter unseres Herrn.

Warum wählt Gott Maria als Mutter für die Menschwerdung seines Sohnes aus? Doch wohl, weil er ihr vertraut und sie in seinen Augen eine gute Mutter sein wird. Wäre es für uns nicht auch schön, so eine gute himmlische Mutter zu haben?

Schon im Alten Testament verkündete der Prophet Jesaja: „Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel geben.“ Mit der Menscherdung Jesu wird Maria zum Vorbild im Glauben und zur Mutter Jesu, zur Mutter Gottes und zur Mutter der Kirche. Im „Ja“ Mariens an den Willen Gottes, erkennen wir, dass Gott unsere frei geschenkte Liebe sucht, weil er uns die Freiheit geschenkt hat, ihn zu lieben.

Das zweite Vatikanische Konzil sagt über die Verehrung der Gottesmutter: „Maria wird durch Gottes Gnade nach Christus, aber vor allen Engeln und Menschen erhöht, mit Recht, da sie ja die heilige Mutter Gottes ist und in die Mysterien Christi einbezogen war, von der Kirche in einem Kult eigener Art geehrt.“ (LG, 8) Wer wie Maria Gott ehrt und liebt, lernt ihn erst richtig kennen. Wie Maria, sind auch wir berufen, den Heiligen Geist zu empfangen und in der heiligmachenden Gnade zu leben. Ein betendes Herz drückt nämlich seine Liebe zu Gott aus. Es besiegt viel leichter den Egoismus und die Hartherzigkeit im eigenen Herzen.

Wer Gott liebt, lernt auch die Zuneigung und Fürsorge des himmlischen Vaters für sein Leben zu schätzen. Gott ist verliebt in uns, er macht sich in seiner Menschwerdung klein und hilft uns, auf seine Liebe zu antworten. Die Liebe zu Gott ist der Schlüssel, um jeder Krise entgegenzutreten! In dem einen Gott ist der Vater der Liebende, der Sohn der Geliebte und der Heilige Geist die Liebe.

Und diese Liebe verschenkt sich an jeden, der um die Liebe Gottes betet. Jeder von uns ist frei mit dem Scherbenhaufen seines Lebens zu leben, aber er ist auch frei, Gott zu bitten ihn zu entlasten. Das wünsche ich Ihnen im neuen Jahr von ganzem Herzen, dass sie immer wieder seinen Schutz und Segen für ihr Leben erbitten: „Der Herr Segne dich und behüte dich! Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig! Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden!“

Amen.



Predigt: Pfarrer Stephan Meßner