Predigtgedanken, 30.09.2018 (Jubiläum Frauenbund Ensheim)

Pfarrer Meßner Liebe Frauen des Frauenbundes Ensheim, liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

als im Jahr 1968 Pfarrer Ernst Roth einlud, einen katholischen Frauenbund in Ensheim zu gründen, kamen über 100 Frauen seiner Einladung nach und wollten so Mitverantwortung in der Kirche übernehmen. Heute erinnern wir uns an diese zurückliegende Zeit, in der sie gemeinsam einen Glaubensweg begonnen haben der ihnen Kraft, Mut und Hoffnung als Christinnen gab. Und wie das dann bei Frauen so ist, gab es viele Ideen und sie starteten Projekte, die auch Geld einbrachten, das dann gerne gespendet haben. So half und hilft der Frauenbund der Pfarrgemeinde St. Peter bis heute in vielen Anliegen und Nöten und belebt das Gemeindeleben sehr.

Der Altar, das Taufbecken und der Ambo hier in der Kirche wurden finanziert, eine Patenschaft für die Priesterausbildung des afrikanischen Pfarrers Patrick Ugwu übernommen, das Pfarrheim beim Umbau großzügig unterstützt. Und so vieles Mehr wurde bereits an Unterstützung und herzlichem Wohlwollen in den letzten 50 Jahren erbracht, so dass ich hier gar nicht alles aufzuzählen brauche. Und es fasziniert mich heute um so sehr, wie viel aktives Leben die Frauen des Frauenbundes über das Kirchenjahr anzubieten haben, trotz dem zum Teil fortgeschrittenen Alter.

Der Höhepunkt ist natürlich die Frauenfastnacht, der ich mich ja auch nicht wirklich entziehen kann. Es ist zwar immer wieder eine entsprechende Vorbereitung notwendig und wenn ich dann zum Vorbereitungstreffen kam, ist oft der Satz zu hören: „Dies Johr hann ma wennisch …“ Aber wenn dann das Programm feststand und die einzelnen Aufführungen beginnen, ist es doch eine abendfüllende und zum herzlichen Lachen einladende Frauenfastnacht. Wo Menschen ihr ihnen eigens geschenktes Talent mal so richtig präsentieren können und es einfach schön ist, wenn der ganze Saal darüber lacht und alle daran Freude finden. Dass der Frauenbund dabei, wenn ich mich nicht täusche, bis heute über 300 Mit-glieder zählt, so heißt es hinter vorgehaltener Hand, verdanken die Ensheimer zuallererst dem Zuspruch wegen der närrischen Tagen im Dorf.

Aber egal, ob auf dem Pfarrfest, beim Adventsmarkt, dem Seniorennachmittag, den Kreuzwegandachten, Marienandachten, Rosenkranzandachten, dem Weltge-gebetstag der Frauen, den besinnlichen Adventsfeiern, den Ausflügen und Besinnungstagen, und vielem mehr, der Frauenbund geht mit gutem Beispiel voran. Und so viele Erlöse die erzielt werden und entbehrlich sind, werden gerne gespendet. Für soziale Projekte, wie etwa das Krankenhaus in Akwatia oder die Initiative Herz- und Krebskranker Kinder in Homburg.

Aber auch für die Kirche war und ist der Frauenbund immer schon sozial engagiert gewesen, ob es neue Altardecken brauchte, Hocker für den Altarraum, Gebetsbücher oder so vieles mehr, man konnte und darf auch heute beim Frauenbund gerne anfragen. In einem Artikel der Saarbrücker Zeitung vor einigen Jahren war zu lesen: „Ohne Frauen läuft hier nichts!“ Würde man den Frauenbund einfach so aus dem Gemeindeleben wegnehmen, wäre damit ein ziemlicher Einbruch bei den Aktivitäten über das ganze Jahr verbunden!

Ich möchte Ihnen deshalb an dieser Stelle für Ihr Engagement danken, auch im Namen der Pfarrei Heilige Veronika! Alles in unserem Leben hat seine Zeit und seine Stunde, so hören wir schon beim Propheten Kohelet im Alten Testament. Aber diese Zeit gemeinsam zu gestalten und ihr Sinn und Inhalt zu geben, das macht das Leben erst lebenswert, gerade in einer Gesellschaft in der Gleichgültigkeit und Egoismus ständig zunehmen. Wie viele Frauen haben sich im Frauenbund mit ihren je eigenen Talenten einbringen können, haben gute Früchte erbracht, die ja nur dann blühen und wachsen können, wenn der Boden dafür bereitet wird.

So wie wir heute am Erntedankfest uns über die Früchte, die gewachsen sind und geerntet werden konnten, freuen, so auch über die Früchte, die der Frauenbund Ensheim in seinen 50 Jahren hervorgebracht hat und die wir bis heute genießen.

Amen.



Predigt: Pfarrer Stephan Meßner