Predigtgedanken, 5.08.2018 (Aufnahme Mariens in den Himmel)

Pfarrer Meßner Liebe Mitchristen,

wussten sie, dass es in den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils, ein eigenes Kapitel darüber gibt, welche Bedeutung die Marienverehrung für uns hat.

Es handelt sich um das Konzilsschreiben „Lumen Gentium“ und darin das ganze achte Kapitel. Heute, am Fest Maria Himmelfahrt, möchte ich Ihnen aus diesem Schreiben einige Zeilen vorlesen, dann ich habe den Eindruck, es ist wichtig zu wissen, was wir unter einer gesunden Marienverehrung verstehen.

In dem besagten Schreiben heißt es, dass Maria wahre Mutter Gottes ist und somit „die bevorzugt geliebte Tochter des Vaters und das Heiligtum des Heiligen Geistes.“ Sie „hat … bei weitem den Vorrang vor allen anderen himmlischen und irdischen Kreaturen,“ weshalb wir auch herausragende Marienfeste im Kirchenjahr feiern. „Die katholische Kirche verehrt … (Maria), vom Heiligen Geist belehrt, in kindlicher Liebe als geliebte Mutter.“ Maria nimmt „in der heiligen Kirche nach Christus den höchsten Platz ein“ und ist „uns besonders nahe.“ „Bei den heiligen Vätern“ wurde es „gebräuchlich …, die Gottesmutter ganz heilig und von jeder Sündenmakel frei zu nennen.“ Das ist der Grund warum wir am Fest Maria Himmelfahrt, ihre Aufnahme mit Leib und Seele in den Himmel, feierlich begehen.

In den Konzilstexten lesen wir: „Schließlich wurde die unbefleckte Jungfrau, von jedem Makel der Erbsünde unversehrt bewahrt … mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen.“ „Marias mütterliche Aufgabe gegenüber den Menschen aber verdunkelt oder mindert (die) … einzige Mittlerschaft Christi in keiner Weise.“ „Jeglicher heilsame Einfluss der seligen Jungfrau auf die Menschen“, mindert nicht den Glauben an Christus, sondern fördert ihn vielmehr. „In den Himmel aufgenommen, hat sie diesen heilbringenden Auftrag nicht aufgegeben, sondern fährt durch ihre vielfältige Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu erwirken.“ „In ihrer mütterlichen Liebe trägt sie Sorge“ für uns, die wir noch auf der Pilgerschaft sind und oft in Gefahren und Bedrängnissen stehen. „Deshalb wird die selige Jungfrau in der Kirche unter dem Titel der Fürsprecherin, der Helferin, des Beistandes und der Mittlerin angerufen.“ „Maria wird, durch Gottes Gnade nach Christus, aber vor allen Engeln und Menschen erhöht, mit Recht … von der Kirche in einem Kult eigener Art geehrt.“

Maria zu verehren ist ein „Kult, wie er immer in der Kirche bestand, (und) zwar durchaus einzigartig, (er) unterscheidet sich aber wesentlich vom Kult der Anbetung“, der nur Gott gilt. Die verschiedenen Formen der Verehrung der Gottesmutter, die die Kirche … anerkannt hat, bewirken, dass in der Ehrung der Mutter, der Sohn … richtig erkannt, geliebt (und) verherrlicht wird und seine Gebote … (eingehalten) werden.“

Das Zweite Vatikanische Konzil ruft uns dazu auf „die Verehrung, vor allem die liturgische, der seligen Jungfrau großmütig zu fördern, die Gebräuche und Übungen der Andacht zu ihr, die im Laufe der Jahrhunderte vom Lehramt empfohlen wurden, hochzuschätzen und … ehrfürchtig zu bewahren.“ „Wie die Mutter Jesu, (die) im Himmel schon mit Leib und Seele verherrlicht, (ein) Bild der … kommenden Welt“ ist, so haben auch wir die Hoffnung in dieser himmlischen Gemeinschaft mit Gott einmal unsere Erfüllung zu finden.

Maria ist dort schon angekommen und sie steht uns zur Verfügung, wenn wir durch sie, unsere Bitten an Gott richten. „Alle Christgläubigen mögen inständig zur Mutter Gottes und Mutter der Menschen flehen, dass sie, die den Anfängen der Kirche mit ihren Gebeten zur Seite stand, auch jetzt, im Himmel über alle Seligen und Engel erhöht, in Gemeinschaft mit allen Heiligen bei ihrem Sohn Fürbitte einlege.“

Paul Weismantel schreibt in einem Gebet an Maria: „Heilige Maria, deine Erwählung erinnert mich daran, dass Gott sich auch für mich entschieden hat und auch mir seine Verheißung gilt.

Heilige Maria, deine Berufung sagt mir, dass Gott auch nach mir Sehnsucht hat und mir seine Gnade leibhaftig schenkt. Heilige Maria, dein Vertrauen weckt in mir die Hoffnung auf das Erbarmen Gottes mit mir. … Heilige Maria, dein starkes Herz zeigt mir, dass einzig die Liebe alles vermag.“

Amen.



Predigt: Pfarrer Stephan Meßner