Predigtgedanken, 02.04.2018 (Ostermontag)

Pfarrer Meßner Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

„So ein Tag, so wunderschön wie heute, so ein Tag, der dürfte nie vergehn!“ Na ja, vielleicht denken sie jetzt, so überschwänglich ist das Osterfest auch wieder nicht, natürlich, wir feiern es, aber … Ich meine auch nicht uns damit, ich meine die Emmauserzählung, die zu den Bibelstellen gehört, die ich am liebsten lese. Immer wieder neu wird mir vor Augen gestellt, dass der Glaube nicht von mir gemacht werden kann, sondern ein unverdientes Geschenk Gottes an mich ist.

Und wer kennt sie nicht, solche Emmauserfahrungen, wo man nicht mehr ein noch aus weiß und auch nicht damit rechnet, dass Gott daran noch etwas ändern könnte. Die Emmausjünger hatten ihren Glauben an Jesus Christus verloren, für sie war er tot und würde tot bleiben. Darum ist unsere Christusbeziehung im Glauben auch so wichtig. Christentum ist eine Beziehungsreligion, weil wir im Gebet zu Gott aufbrechen, seine Hilfe, seinen Beistand, seine Freundschaft erbitten und seine Nähe spüren wollen.

„Brannte uns nicht das Herz in der Brust!“ Inmitten dieser Dunkelheit, dieses Zweifelns, werden zwei im Herzen berührt und fragen sich, woher kommt das? Zuvor waren sie wie mit Blindheit geschlagen und völlig am Boden, sahen alles nur noch grau und düster. Doch dann öffnet ihnen der Herr die Augen und wenn sie das Lied damals schon gekannt hätten, ich bin mir sicher, sie hätten es auf ihrem Rückweg angestimmt: „So ein Tag, so wunderschön wie heute, so ein Tag, der dürfte nie vergehn!“ Da war alles wieder gut, die Ängste weg, die Resignation besiegt, das Leben wieder lebenswert und vor allem, die Freude in ihren Herzen da, es den anderen zu erzählen, die frohe Botschaft zu verkünden: „Jesus lebt, er ist auferstanden, er ist mir begegnet!“

Diese Ostererfahrung verwandelt die Herzen der beiden Jünger und auch sie als Menschen, Kleophas wird heute als Heiliger verehrt, als zweiter Bischof von Jerusalem. Hier bekommt das Wort Auferstehung eine ganz neue Bedeutung, es wird zu einer Botschaft, die auch heute noch für viel Aufregung sorgt. „Glaubst du an die Auferstehung Jesu, glaubst du an deine eigene Auferstehung?“

Ich habe noch keinen gesehen der zurückgekommen ist! Und wenn es dann eine Beerdigung gibt, dann kommen alle zusammen, die ganze Familie, die Freude und die Bekannten. Und alle sprechen sich Trost zu und können das nicht verstehen, werden aber feinfühlig, weil da ein Leben zu Ende gegangen ist, so wie die Emmausjünger. Unsere Herzen lassen dann die Wand zwischen den Diesseits und dem Jenseits dünner werden, sie sagen uns dann: „Es muss doch noch mehr geben, das kann doch nicht alles gewesen sein!“

Aber unser Verstand hält meist dickfellig dagegen: „Aus und vorbei!“ Genau das ist die Aussage der Emmausgeschichte: „Du kannst so leben, als wäre Jesus tot oder du kannst leben, in der Freude, dass er auferstanden ist!“ Vielleicht begegnet uns dann ach dieser geheimnisvolle Weggefährte und öffnet auch uns das Herz, für den Glauben an seine Auferstehung. Dort wo Christen an die Auferstehung Jesu glauben, da beginnen sie für diesen Glauben Zeugnis zu abzulegen, wo aber dieser Glaube erloschen ist, geht es ihnen wie den verbitterten Emmausjüngern.

Der Glaube an die Auferstehung ist für uns wesentlich: „Noch in derselben Stunde brachen die beiden auf!“ Wenn du also Glaubenszweifel hast, dann beginn zu beten, sage Gott, was dein Zweifel ist, worin er besteht und bitte ihn, dir zu helfen. Und suche nicht Brüder und Schwestern, die deinen Glaubenszweifel teilen, denn das wird dir nicht helfen. Helfen wird dir der lebendige Gott, der deine Augen öffnen kann und dein Herz berührt, weil sein Glaube ein Geschenk an dich ist, ein unverdientes Geschenk.

Amen.



Predigt: Pfarrer Stephan Meßner