Predigtgedanken, 29.03.2018 (Gründonnerstag)

Pfarrer Meßner Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Die Kirchenglocken haben aufgehört zu läuten, es wird auch nicht mehr geschellt werden oder gegongt! Die Klappern und die Ratschen ersetzen nun das alles, was wir gewohnt sind. Doch was feiern wir heute Abend, wenn wir die „Messe vom letzten Abendmahl“ feiern?

Zunächst ist da eine Tischgemeinschaft von Freunden, die sich treffen um ihrem jüdischen Glauben gemäß, das Paschafest zu feiern. Doch dann wird alles ganz anders, Jesus zieht sich eine Schürze um und wäscht denen, die ihm noch treu geblieben sind die Füße, weil er damit ausdrücken will, was er für sie empfindet! Dann berichtet uns Paulus im Korintherbrief, dass Christus Brot und Wein nimmt, segnet und den Seinen mit den Worten reicht: „Das ist mein Leib für euch. Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

Wenn wir Eucharistie feiern, tun wir das, weil Jesus es so will, weil er die Liebe zu uns in der Eucharistie sucht, die Beziehung zu uns im Sakrament. Mit jeder Wandlung geschieht dann dieser heilige Tausch, durch das Wirken des Heiligen Geistes wird das Brot und der Wein in den Leib und das Blut Christi verwandelt. Christus selbst hat diesen neuen Bundes mit uns am Gründonnerstag gestiftet, er hat die Eucharistie eingesetzt, als das Sakrament seiner Liebe, um in der Gestalt des Brotes und des Weines bei uns zu sein. Und mit seinen Worten „tut dies zu meinem Gedächtnis“, hat er uns aufgefordert die Feier der Eucharistie immer und immer wieder zu halten.

Unser Bischof Karl Heinz Wiesemann fügt dem hinzu: „Es ist dann nicht nur so, dass der Priester beim Hochgebet seine Worte als etwas Vergangenes wiederholt, sondern er spricht in der Person Jesu selbst, als sein Ich, hier und jetzt. Und wenn wir dann beim Kommunionempfang nach vorne treten, dann empfangen wir auch den Leib Christi, verborgen in der Gestalt des Brotes.“ Eucharistie zu feiern bedeutet nicht etwas, sondern jemandem zu begegnen! Vor dem Herrn die Knie zu beugen und ihn in der Anbetungsstunde, in der Ölbergstunde die Treue zu halten.

Darum zeigt der Priester den Gläubigen die konsekrierte Hostie und sagt: „Seht, das Lamm Gottes, seht, Christus der hier gegenwärtig ist, für uns und aus Liebe zu uns!“ Wenn ich dann zur Kommunion hinzutrete und den Leib Christi empfange, ist es mein „Amen“, das ausdrückt: „Ja, Herr, ich glaube das, ich glaube dass ich dich in der Gestalt des Brotes hier und jetzt empfange!“ Das Sakrament wirkt in dem Maße in mir, wie ich ihm zustimme. Wir empfangen nicht nur den Leib Christi, wir werden Leib Christ, haben Anteil am Göttlichen.

Papst Franziskus lädt uns ein, mit würdiger Haltung, stehend oder kniend, in den Mund oder auf die Hand, den Leib Christi zu empfangen und danach in stiller Danksagung beim Herrn zu bleiben. Denn der Gründonnerstag geht weiter, der Freundeskreis löst sich auf, einer begeht Verrat, andere flüchten aus Angst, Jesus bleibt allein am Ölberg zurück, einige seine Jünger sind zwar in seiner Nähe, aber aus Übermüdung eingeschlafen. Er bereitet sich auf das vor, was jetzt kommen wird, das Verlassen sein, der Verrat, die Lüge, das Versagend der Freude, der Weg hin zum Kreuz, seine Lebenshingabe.

Was mich dabei immer wieder fasziniert, ist die Bedingungslosigkeit, mit der Jesus all das tut. Da ist kein: „ich liebe dich, ich erlöse dich, ich leide für dich, wenn …“ Es ist seine Liebe für dich und für mich die am Kreuz stirbt, er hat meine und deine Sünden getragen, um uns für das ewige Leben zu retten.

Pflegen wir diese Freundschaft, damit sie nicht verblasst und fertigen wir ihn nicht zwischen Tür und Angel ab, er will uns Freund sein und rettender Gott. Was verbindet mich in der Freundschaft mit Jesus Christus? Der Herr liebt mich, so wie ich bin, - liebe auch ich ihn, so wie er ist!

Amen.



Predigt: Pfarrer Stephan Meßner