Predigtgedanken, 07.01.2018 (Taufe des Herrn)

Pfarrer Meßner Liebe Mitchristen,

Sternstunden haben sicher etwas Heimeliges, etwas Warmes und weniger mit Regen und Kälte zu tun.

Umso lobenswerter ist euer Einsatz, liebe Sternsinger, die ihr euch zusammen mit Eltern und Helferinnen auf den Weg gemacht habt, um für hilfsbedürftige Kinder zu sammeln und den Segen Gottes in die Häuser im Dorf zu bringen. Da begegnen sicher neben dem einen oder anderen komischen, ganz viele freundliche Menschen, die schon warten, die mitbekommen haben, dass ihr kommt. Ihr seid für sie zu Segensüberbringern geworden. Und die Tatsache, dass gerade für diesen Zweck gerne auch einmal tiefer in die Tasche gegriffen wird zeigt, was für eine gute und vorbildliche, ja urchristliche Haltung hinter dieser jährlichen Aktion des Sternsingens steht.

Heute am Fest der Taufe des Herrn, dürfen wir uns alle fragen, was ist aus meinem Leben als getaufter Christ und getaufte Christin geworden? Lebe ich aus meiner Taufgnade heraus, auch für andere sichtbar oder bleibe ich unauffällig, in der grauen anonymen Masse, um nicht aufzufallen? Willhelm Willms hat dies in einem seiner religiösen Gedichte sehr schön zum Ausdruck gebracht: „Ich möchte nicht mit allen Wassern gewaschen sein, ich möchte mit dem Wasser der Gerechtigkeit, mit dem Wasser der Barmherzigkeit, mit dem Wasser der Liebe und des Friedens reingewaschen sein, ich möchte mit dem Wasser christlichen Geistes gewaschen, übergossen, beeinflusst, getauft sein, ich möchte selbst das klare lebendige Wasser werden und sein, jeden Tag.“

Mit allen Wassern gewaschen zu sein, klingt ja nicht auch so vertrauenserweckend. Ein erfahrener Seemann galt als mit allen Wassern gewaschen, besonders wenn er sein Schiff durch die Seestürme der Meere führte. Aber das Sprichwort sagte auch aus, dass so ein Lebensstil nicht immer ehrlich war, oft auch durchtrieben, ihn konnte man wohl nicht gut zum Freund haben.

Als Christen sind wir mit gesegnetem Wasser getauft, hineingenommen in die Liebe, die Gott für jeden von uns empfindet, aufgrund dessen er zu uns kam und in dem Kind von Betlehem sich uns schenkte. Er hat seine Liebe nicht für sich behalten, er ist gekommen, um sie an die Menschen weiterzugeben, sie zu verschenken, auch an uns. In seinen Augen bist du wie sein geliebter Sohn und seine geliebte Tochter. Er sagt dir: „Es ist gut, dass du bist, es ist gut, dass du ein Mensch bist.“

Auch ihr Sternsinger sagt das Menschen, wenn ihr seinen Segen von Haus zu Haus bringt: „Schön, dass es dich gibt, Gott liebt dich, seinen Segen wollen wir dir überbringen, möge er bei dir bleiben!“ Aber ihr sagt auch zu den Leuten: „Schaut, es gibt so viele hilfsbedürftige Menschen in dieser Welt, helft mit, dass die Not von vielen gelindert wird. So werdet auch ihr zum Segen.“

Was meint ihr: „Wird Gott Menschen segnen, wenn sie ihr Herz auftun und für die Notleidenden spenden?“ Ja, ich bin mir sicher, dass er diese Menschen segnen wird und ihr nicht umsonst seinen Segen an ihren Häusern anbringt oder mit Kreide aufschreibt. Jesus hat sich entschlossen, aus dem Himmel aufzubrechen und sich auf den Weg zu machten zu uns. Er wurde als ein Kind in unsere Welt geboren, um uns nahe zu sein, damit wir seinen Segen empfangen können und ihn dabei auch anschauen können. Dafür stehen unsere Krippen mit dem Kind in der Mitte und die Könige gehörten auch dazu, denn waren bei den Ersten, die Jesus sahen.

Ihr, liebe Sternsingern, seid in diesen Tagen der verlängerte Arm für Jesus, in dem ihr für Hilfsbedürftige sammelt und seinen Segen zu den Menschen bringt. Ich bin mir sicher, dass Jesus euch das nie vergessen wird, dass er euch dafür reichlich segnen wird und das er das tut, was er am Besten kann: Euch lieben!

Amen.



Predigt: Pfarrer Stephan Meßner