Predigtgedanken, 14.05.2017 (5. Ostersonntag)

Pfarrer Meßner Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Wohin gehen wir als Kirche in Deutschland?

Wenn wir uns den durchschnittlichen Kirchenbesuch anschauen, etwa das Alter der Kirchenbesucher, ist diese Frage berechtigt! In dieser Woche, auf einem Treffen mit leitenden Pfarrern aus unserem Bistum, war das immer wieder ein Thema, aber auch die damit verbundene Frage: „Was gibt mir Kraft in unsicheren Zeiten?“

Der Glaube an Gott entspricht immer auch dem Glauben an Jesus Christus! Glaube ist nicht ein Gefühl, Glaube ist ein verankert sein in Jesus Christus, weil er der von Gott gesandte ist.

Ein Ereignis, das vor 100 Jahren stattgefunden hat und in diesem Jahr ausgiebig gefeiert wird, kann uns hier weiterhelfen. Ich meine den Marienerscheinungsort Fatima, in Portugal.

Am Samstag hat dort Papst Franziskus zwei Hirtenkinder, Francisco und Jacinta heiliggesprochen. Am 13. Mai 1917 und in den Folgemonaten bis zum 13. Oktober ist diesen Kindern und einem weiteren Mädchen, Lucia, die Gottesmutter Maria erschienen.

Bei der ersten Begegnung sagte Maria zu den Kindern: „Habt keine Angst! Ich tue euch nichts zu leide.“ Darauf fragte sie eines der Kinder: „Woher kommen Sie?“ Sie antwortete: „Ich komme vom Himmel.“ „Und was wollen Sie von uns?“ „Ich komme, euch zu bitten, dass ihr in den folgenden sechs Monaten, jeweils am dreizehnten zu derselben Stunde hierher kommt. Dann werde ich euch sagen, wer ich bin und was ich will.“

All das geschieht zu einer Zeit, in der die atheistische Staatsmacht lautstark verkündet, man werde in zwei Generationen den Gottesglauben in Portugal ausrotten. Konfessionelle Schulen werden geschlossen, öffentliche Gottesdienste verboten, Klöster aufgehoben. Die Kirche war also in einer viel größeren Krise, als wir sie heute erleben.

Inmitten dieser Verwirrung sind es Kinder, die Gott auserwählt, um uns eine ganz wichtige Botschaft mitzuteilen: „Glaubt an mich, betet, dann werde ich alles zum Guten wenden!“ Portugal befindet sich zu dieser Zeit inmitten des ersten Weltkrieges gegen Deutschland. Darum sagt Maria zu den Kindern: "Betet täglich den Rosenkranz, um den Frieden für die Welt und das Ende des Krieges zu erlangen.

Wenn man tut, was ich euch sage, wird Friede sein. Der Krieg wird ein Ende nehmen.“ Ein Jahr später endet der erste Weltkrieg mit ca. 16 Millionen Opfern.

Weiter sagt Maria: „Wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird ein anderer, schlimmerer Krieg beginnen.“ Sie kündigte also den Zweiten Weltkrieg an, der dann 1933 begann und 60 bis 70 Millionen Opfer forderte.

Dass Francisco und Jacinta schon früh sterben werden hatte ihnen die Gottesmutter gesagt. Am 13. Juni fragte Luzia: „Ich möchte Sie bitten, uns in den Himmel mitzunehmen.“ Die Gottesmutter antwortete: „Jacinta und Francisco werde ich bald holen, du bleibst noch einige Zeit hier. Jesus möchte sich deiner bedienen, damit die Menschen mich erkennen und lieben.“

Jacinta und Francisco starben im Alter von 10 Jahren, Lucia wurde 97 Jahr alt. Der Tag ihres Begräbnisses, der 15. Februar, ist seit ihrem Tod im Jahr 2005, ein nationaler Trauertag in Portugal. Alles traf ein, darum hat der Bischof die Erscheinungen anerkannt!

„Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ Seit mehr als 90 Jahren pilgern Gläubige in Scharen nach Fatima. Die Zahlen variieren: Mal ist von einigen hunderttausend, mal von drei Millionen pro Jahr die Rede. Am 13. Mai waren runde eine Millionen Menschen mit dem Papst im Glauben versammelt. Denn die Botschaft die Gott über Maria in Fatima den Kindern und auch uns hat sagen lassen, ist heute so aktuell wie damals: „Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen!

Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.“ (Joh. 15, 5 + 7)

Amen.



Predigt: Pfarrer Stephan Meßner